Angewandtes Wissen in der Praxis

Produktfotografie mit einfachen Mitteln

von Cyrill Harnischmacher

Dass Produkte wirkungsvoll ins Licht gesetzt werden, wird heute von allen Seiten erwartet. Ob für eine Internetauktion oder für einen Produktkatalog, die Aufnahmen müssen stimmig sein, alle produktwichtigen Details müssen gut zu erkennen sein und es muss „professionell“ aussehen. Aufnahmen denen man ansieht, dass sie mit einer „Kompaktknipse“ gemacht sind werden als „billig“ empfunden. Dieser Eindruck des Billigen wird unbewusst vom Betrachter auch auf das Produkt übertragen. Normalerweise kommt für solche Produktaufnahmen eine Studioblitzanlage zum Einsatz. Mit relativ einfachen Mitteln ist es aber auch möglich, gute Produktaufnahmen ohne großen Kostenaufwand zu erstellen.

Der Studioaufbau

Ein Schreibtisch, eine improvisierte Hohlkehle aus einer Papierbahn, zwei Systemblitzgeräte mit flash2softbox Adapter und Softboxen. Der erste Systemblitz wird per Synchronkabel von der Kamera ausgelöst, der zweite Blitz über einen Servoadapter.

Aufbau 1

Aufbau 1

Interner Kamerablitz, hier zeigen sich störende Schlagschatten unter dem Gehäuse und zwischen Griff und Gehäuse. Außerdem zeigt der Lampenreflektor einen unschönen Blitzreflex.

Aufbau 2

Aufbau 2

Systemblitz entfesselt von links. Das Produkt ist zwar etwas besser ausgeleuchtet, aber der Schatten ist viel zu hart.

Aufbau 3

Aufbau 3

Systemblitz mit flash2softbox Adapter und Softbox 50 x 70cm von links. Schon mit einer Softbox werden die Schatten deutlich weicher. Die Spiegelungen im Reflektor der Lampe betonen die Form.

Aufbau 4

Aufbau 4

Systemblitz mit flash2softbox Adapter und Softbox 50 x 70cm von links. Um die Schatten aufzuhellen wurde rechts vom Produkt noch ein weißer Reflektor platziert.

Aufbau 5

Aufbau 5

Systemblitz mit flash2softbox Adapter und Softbox 50 x 70cm von links und von rechts. Mit zwei Softboxen wird der Hintergrund komplett weiß ohne aufwändige Bildbearbeitung. Der rechte Systemblitz war in der Leistung etwas reduziert um die Schatten nicht ganz verschwinden zu lassen.

Detailaufnahmen

Bei allen Detailaufnahmen kamen ebenfalls zwei Softboxen zum Einsatz.

Praxisbericht von Martin Krolop

Hallo liebe Fotografiebegeisterte,

mein Name ist Martin Krolop von Krolop-Gerst Fotografie. Wir haben uns mal etwas Zeit genommen, um einen kleinen Beitrag für einen tollen Ausrüstungsgegenstand zu verfassen. Heute wollen wir uns genauer mit dem flash2softbox System beschäftigen.

Wir sind vor einigen Monaten auf die Geräte gestoßen und waren sofort begeistert. Normalerweise sind wir mit drei bis vier Elinchrom Rangern „on location“ unterwegs. 4400WS Blitzlicht, aber dafür 50kg Mindestgewicht ohne die Auswahl an Lichtformern. Dagegen liegen die Vorteile des flash2softbox auf der Hand. Unsere gesamte Ausrüstung wiegt für 3 Blitzköpfe nur ca. fünf bis sechs Kilogramm. Zwischenzeitlich wollen wir die kleinen Winkel und Softboxen nicht mehr hergeben. Aber genug davon. Kommen wir zum Wesentlichen.

Im Nachfolgenden zeigen wir einfach ein paar Blöcke an Fotos. Das jeweilige Making-Of, damit alle Leser und Zuschauer sich genau vom jeweiligen Setting überzeugen können und dann ein bzw. zwei Ergebnisse.

Unterhalb sehen wir Beispiele an wirklich mobiler Blitzfotografie. Eine Möglichkeit des Einsatzes des Systems besteht in der Auslegung auf extreme Mobilität. Für uns heißt das im Klartext, dass wir nur eine Softbox mitsamt dem Blitz in der Hand halten oder auf einem sehr kleinen Stativ befestigen. Die Softbox kann dabei sogar aufgebaut an den Rucksack geschnallt werden.

Wie wir oben sehen können liegt eine weitere sehr große Stärke in der Möglichkeit, die automatische Blitzbelichtungsmessung (für Canon ETTL) nutzen zu können. Damit brauchen wir den Blitz niemals manuell einstellen, sondern die Kamera macht dies automatisch.

Foto Exkurs

Vielleicht interessiert den einen oder anderen Fotografen was wir für eine Vorgehensweise zum korrekten Arbeiten mit dem Blitz empfehlen. Es ist nicht so schwer wie sich viele das Ganze vorstellen und auf vielen Workshops erleben wir pure Verwunderung über die Einfachheit.

  • Wir suchen uns über ein paar Probeaufnahmen einen schön belichteten Hintergrund. Der Hintergrund kann z.B. einen kleinen Tick unterbelichtet sein um Strukturen im Himmel hervorzuholen.
  • Danach werden die Einstellungen in den M-Modus der Kamera übertragen.
  • Nun müssen wir bloß noch den Blitz anstellen. Am einfachsten ist die Übertragung des Signals mittels eines TTL-Kabels. Das verlängert den Blitzschuh der Kamera 1 zu 1 an den Blitz.
  • In 95% der Fälle reicht das für ein perfektes Foto aus. Wenn allerdings viel schwarz im Bild ist, bzw. viel weiß, dann muss man nur noch über den Blitz dies etwas korrigieren. Also dem Blitz sagen, dass er das Schwarz nicht überbelichten soll und umgekehrt mit dem Weiß. Das macht man direkt am Blitz über die EV-Blitzkorrektur in 1/3 Blendenstufen.

Zusammen mit dem Vorteil der Nutzung des TTL-Automatik-Programms geht auch die Nutzung der sog. HighSpeedSyncronisation des Blitzes. Damit können Belichtungszeiten jenseits der 1/200s erreicht werden, ohne den Blitz missen zu müssen. HS-Blitzen ist ein großes Thema mit vielen Geheimnissen und soll damit erst einmal abgehandelt sein. Wer möchte, der kann uns ja gerne anrufen und fragen oder eine Email schreiben. Viele der Fotos mit großer Unschärfe trotz starker Helligkeit sind nur mit Hilfe der HS-Funktion entstanden. Bestes Beispiel sind die Bilder unter diesem Absatz. Trotz direkter Sonne und strahlend blauen Himmel wurde mit einer großen Unschärfe gearbeitet.

Nachdem wir nun oben die Einsatzmöglichkeit des Systems als "EXTREME MOBILE FLASH SYSTEM" abgehandelt haben, kommt die zweite von uns genutzte Einsatzmöglichkeit. Diese Verwendung liegt in einem kompletten Studiosystem mit Lichtformern von weich bis hart und dies mit mehreren Blitzen auf Stativen.

Um es kurz zu fassen: Wenn wir die großen Generatoren immer noch nicht mitnehmen können/wollen und trotzdem ein komplettes Lichtsystem benötigen, dann nehmen wir das flash2softbox System. Dabei werden die Blitze dann manuell eingemessen und mit Funkauslösern gezündet. Diese Möglichkeit besteht natürlich nur, wenn die Entfernung zwischen Model und Blitz konstant bleibt und damit die Ausleuchtung nicht verändert wird. Mit dem System lassen sich aber exzellente Ausleuchtungen und besondere Settings erreichen.

Ein besonderes Schmankerl möchten wir hier auch zeigen. Und zwar sind es keine VORHER-NACHHER-FOTOS sondern OHNE-MIT-FOTOS. Wir können dabei deutlich erkennen, dass durch den Blitzeinsatz der Hintergrund leicht unterbelichtet werden kann und dadurch nicht ausbrennt, das Model aber zugleich durch den Blitzeinsatz optisch hervorgeholt wird. Ohne Blitz müsste das Foto heller belichtet werden und Himmel und Schnee würden ausbrennen.

Damit wären wir auch schon am Ende angelangt. Wer mehr Infos möchte, der soll einfach auf unseren Blog surfen. Dort gibt es viele Tipps und Tricks zum Thema Fotografie. Videos, Lichtsetups oder Lichtsetzungstipps.

Für das flash2softbox System stehen wir gerne ein. Wir können es nur herzlichst empfehlen. Natürlich ersetzt es für Profifotografen nicht den mobilen Generator. Muss es aber auch nicht. Es geht nicht um Konkurrenz, sondern um eine Möglichkeit der Erweiterung und wir würden eher sagen, dass unsere Generatoren in manchen Punkten nicht mit dem flash2softbox System mithalten können und umgekehrt.

Die Fotos weiter unten wurden ebenfalls mit dem flash2softbox System gemacht. Zu guter letzt können wir also beweisen, dass das System sogar im Profisegment absolut geeignet ist. Auch Berufsfotografen müssen oft auf Gepäck und Gewicht achten, ohne dabei die Möglichkeit der manuellen Lichtführung zu verlieren.

Mehr Infos und auch viele Details zu Lichtsettings und Fotografie unter...